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MET - Entwicklung des Krankenkassenbeitrags im Jahr 2020 in der Schweiz

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Viele Menschen in der Schweiz machen sich wegen der ständig steigenden Kosten für Ihre Gesundheit insbesondere in Bezug auf die Beiträge zur Krankenversicherung Sorgen. Aber vorerst kann eine Entwarnung gegeben werden. Der Gesundheitsminister der Schweiz, Alain Berset, erklärte jetzt, dass die Beiträge für die Krankenkassen im Jahr 2020 zwar erneut steigen werden, jedoch um einen historisch geringen Betrag. Dem Minister zufolge sollen die Beitragssätze nur um 0,2 % steigen. Damit wird der Beitrag für alle Altersgruppen und in der gesamten Schweiz auf 315,40 Franken steigen. Für die Schweiz ist dieser geringe Anstieg der Beiträge eine besondere Entwicklung, da die Beiträge in der Vergangenheit seit 1996 im Durchschnitt jährlich um mehr als 3 % gestiegen sind.

Der Gesundheitsminister hat dies zum Anlass genommen und darauf zu verweisen, dass diese Entwicklung seiner Politik zu verdanken sein. Schließlich hat er den Ärztetarif Tarmed verändert und die Kosten für Medikamente gesenkt, sodass hundert Millionen von Franken eingespart werden konnten.

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Ein Krankenvergleich sollte einmal pro Jahr ausgeführt werden

Aber nicht nur der Gesundheitsminister, sondern auch die Ärzte sind der Meinung, dass die derzeitige Entwicklung bei den Krankenkassenbeiträgen auf sie zurückzuführen ist. Zwar sei auch in der letzten Zeit die Anzahl der ambulanten Eingriffe weiter gestiegen, aber dafür seien die Kosten bei den frei praktizierenden Ärzten in etwa gleichgeblieben. So argumentiert zumindest der Ärzteverband FMH, der zudem einen jährlichen Krankenkassenvergleich empfielt. Ein solcher kann beispielsweise auf Gidu.ch Krankenkassenvergleich ausgeführt werden.

Der Krankenkassenverband Santésuisse bremst die Euphorie. Seiner Meinung nach wird die geringe Erhöhung eine einmalige Ausnahme bleiben. Damit diese jedoch dauerhaft ist, müssten weitere kostensenkende Maßnahmen erfolgen. Der Krankenkassenverband Curafutura sieht es zwar grundsätzlich ähnlich. Er ist aber der Meinung, dass die Kosten für die stationären und ambulanten medizinischen Leistungen endlich einheitlich finanziert werden müssten.

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Wie in der Vergangenheit auch, so ist die Höhe des Krankenkassenbeitrags aber von Kanton zu Kanton verschieden. Die höchsten Beiträge werden im Jahr 2020 wohl die Einwohner von Genf, Basel und Waadt zahlen müssen. Wer die entsprechenden Kosten senken möchte, sollte einen Umzug nach Appenzell Innerrhoden, Uri oder Nidwalden in Betracht ziehen. Die ungleiche Verteilung der Beitragshöhe führt auch dazu, dass zum Beispiel in Zürich, Bern oder Luzern die Beiträge im Jahr 2020 sinken werden.

Im Tessin und in Neuenburgen hingegen wird es zur größten Steigerung kommen. Für die Regierung des Südkantons ist diese Entwicklung schlichtweg "inakzeptabel", da die Krankenkassen eigentlich über genügend finanzielle Reserven verfügen, sodass es einer Steigerung der Beiträge überhaupt nicht bedürfe.

Krankenkassenbeiträge 2020

Alle, die zwischen 19 und 25 Jahren alt sind, werden keine Probleme mit der Steigerung der Krankenkassenbeiträge haben. 2019 wurde der Risikoausgleich zwischen den Krankenkassen angepasst. Das hatte zu einer Senkung der Kosten der Grundversicherung um 15,6 % geführt. Diese positive Entwicklung setzt sich auch in 2020 für die jungen Erwachsenen weiter fort. Sie werden im Schnitt etwa 2 % weniger Beitrag zahlen müssen, als im letzten Jahr.

Kinder und Jugendliche sind ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen nicht von den gestiegenen Beiträgen betroffen. Für sind nach wie vor etwa 100 Franken im Monat von den Eltern zu zahlen.

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Auch wenn die Beiträge nicht so stark steigen wie in der Vergangenheit, wird man sich wieder fragen, wie es sein kann, dass die Beiträge für die Krankenkasse in der Schweiz so unterschiedlich sind. Die offizielle Erklärung dafür ist, dass der Gesundheitszustand beziehungsweise die Altersstruktur in den Kantonen unterschiedlich sind. Auch das unterschiedliche Konsumverhalten in Bezug auf die medizinische Versorgung soll eine Rolle spielen.

Wer nicht bereit ist, mehr für die Krankenkasse zu bezahlen und nicht gleich umziehen möchte, der kann sich eventuell durch einen Wechsel der Krankenkasse helfen oder sein Versicherungsmodell anpassen. Das kann für Familien unter Umständen zu einer Ersparnis von Hunderten Franken führen. Der Wechsel ist aber immer nur bis November möglich.

Zuletzt vor 138 Tagen aktualisiert von Doris A. Liebermann

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