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Was sie zum Thema Krankenkassen in der Schweiz wissen sollten

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In der Schweiz steigen die Kosten für die Krankenkassen-Grundversicherung von Jahr zu Jahr. Aber die Löhne stagnieren. So wird es für so machen schwierig die entsprechenden Kosten aufzubringen. Das ist der Grund dafür, dass viele überlegen, die Kasse zu wechseln. Die wichtigsten Fragen zu diesem Thema fasst dieser Beitrag zusammen.

1. Franchise und Prämie

Franchise ist der Betrag, den jeder aus eigenen Mitteln an die Ärzte oder für Medikamente bezahlen muss. Erst wenn die Gesundheitskosten die gewählte Franchise-Summe übersteigt, übernimmt die Krankenkasse diese übersteigenden Kosten. Die Prämie ist hingegen der Betrag, der monatlich an die Krankenkasse zu bezahlen ist. Die Höhe der Franchise kann von jedem selbst bestimmt werden. Sie liegt bei mindestens 300 Franken und höchstens bei 2.500 Franken. Die Prämie und die Franchise beeinflussen sich gegenseitig.

2. Wie hoch sollte die Franchise sein?

Die Experten für das schweizerische Krankenkassensystem raten dazu, zu prüfen, wie hoch die Gesundheitskosten jährlich sind. Sind es weniger als 2.000 Franken, ist es finanziell am besten die höchste Franchise-Stufe zu wählen. Wer aber hingegen Gesundheitskosten von merklich mehr als 2.000 Franken hat, der sollte besser auf die minimalste Franchise-Stufe zurückgreifen.

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3. Kann die Krankenkasse immer gewechselt werden?

Sie kann zum einen nur bis Ende November gewechselt werden. Außerdem ist ein Wechsel nicht möglich, wenn die Beiträge für die Krankenkasse nicht vollständig bezahlt sind.

4. Welche Kündigungsfrist ist zu beachten?

Die Kündigung muss bis spätestens zum 30. November ausgesprochen werden. Bis zum 31. Dezember muss dann eine neue Versicherung abgeschlossen werden. Bei den Zusatzversicherungen gelten diese Fristen allerdings nicht. Dort richten sie sich immer nach dem jeweiligen Versicherungsvertrag.

5. Haben falsche Angaben beim Gesundheitszustand Folgen?

Ja. Sie sind eine Straftat, die als Versicherungsbetrug bezeichnet wird.

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6. Muss die Grundversicherung und die Zusatzversicherung bei derselben Gesellschaft abgeschlossen werden?

Nein.

7. Darf die Krankenkasse jemandem die Versicherung verweigern?

Hier ist zwischen der Grundversicherung und der Zusatzversicherung zu unterscheiden. Bei der Grundversicherung gilt, dass diese niemandem in der Schweiz versagt werden darf. Der Hintergrund ist, dass jeder in der Schweiz über eine gewisse grundsätzliche Absicherung in medizinischen Fragen verfügen soll. Daher ist es dann bei der Zusatzversicherung anders, hier kann eine Versicherung auch durchaus den Interessenten ablehnen.

8. Warum sind manchen Krankenkassen so günstig?

Günstigere Beitragssätze haben oft ihre Ursache im Wohnort. Die Beitragssätze variieren in der Schweiz von Kanton zu Kanton. Außerdem ist es entscheidend, wie die jeweilige Krankenkasse arbeitet. Je mehr die Verwaltung aufgebläht ist, desto größer sind die entsprechenden Kosten und damit letztlich auch der Krankenkassenbeitrag. Zu empfehlen ist es daher, die einzelnen Krankenkassen auf Gidu.ch Krankenkasse-Vergleich zu vergleichen. Dafür gibt es im Internet diverse Portale, die eine Rechenfunktion anbieten.

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9. Lohnen sich Zusatzversicherungen?

Diese Frage kann nicht pauschal, sondern nur individuell beantwortet werden. Die Zusatzversicherungen übernehmen zum Beispiel Kosten für den Zahnarzt, das Fitnessstudio oder Massagen. Je nachdem ob, und wenn ja wie hoch die individuellen Kosten dafür sind, ist eine Zusatzversicherung sinnvoll oder auch nicht. Es ist auf jeden Fall zu beachten, dass die Beiträge für die Zusatzversicherungen mit dem Alter immer mehr steigen. Die Experten sprechen davon, dass die Preisstufen etwa alle 5 Jahre steigen.

10. Was ist die Prämienverbilligung?

Die Prämienverbilligung ist ein Zuschuss, der von den Kantonen gezahlt wird und so den Mittelstand entlasten soll. Allerdings sind die Regelungen von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich. Es gibt Kantone, die die Prämie von sich aus auszahlen, ohne dass sie extra beantragt werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel Appenzell Innerrhoden, Bern, Genf, Jura, Neuenburg, Uri und Wallis. Andere Kantone überlassen es den Bürgern, sich darum zu kümmern. Das heißt, hier müssen die Bürger nicht nur einen Antrag stellen, sondern auch von selber darauf kommen, dass sie diese Möglichkeit haben.

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11. Krankenkassenbeiträge im Jahr 2020

Im Aargau, Graubünden, Neuenburg, Tessin und Wallis werden die Beiträge wahrscheinlich um mehr als 1,5 % steigen. Allervoraussicht nach werden die Kosten in den folgenden Kantonen sinken: Aargau, Bern, Basel-Stadt, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Waadt, Zug und Zürich.

Zuletzt vor 97 Tagen aktualisiert von Marie V.

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