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Waffenschränke für Jäger - Kaufkriterien in Bezug zum neuen Waffengesetz

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Waffen lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Je nach Art der Verwendung kann es Unterschiede im Gesetz geben. Am 05. Juli 2017 gab es Änderungen und Anpassungen zum jetzigen Waffengesetz. Veröffentlicht wurden die Änderungen und Vorschriften im Bundesgesetzblatt. Eine der wichtigsten Erneuerungen bezieht sich auf die Aufbewahrung von Waffen. Der Bundestag hat durch die Zustimmung des Bundesrates Anpassungen am Waffengesetz vorgenommen und diese nun beschlossen. Im Folgenden wird das Wichtigste zusammengefasst.

Waffengesetz-Änderungen im Überblick

Straferlass für illegalen Besitz von Waffen

Der Besitz von illegalen Waffen wurde zuvor schwer geahndet. Nun können unberechtigte Nutzer mit einer Straffreiheit für ein Jahr rechnen, wenn sie die illegale Waffe fristgerecht zurückgeben. Wer diese nicht innerhalb eines Jahres bei der Polizei oder zuständigen Behörde aushändigt, dem drohen Strafen. Die Waffe muss bei der Übergabe in einem verschlossenen Behälter liegen, was mehr Sicherheit gewährleistet.

Das Ziel der Bundesregierung mit dieser sogenannten Amnestie ist die Eindämmung illegaler Waffen in Deutschland. Durch Verzicht auf Strafen sollen illegale Besitzer die Möglichkeit bekommen, ihre Fehler wieder rückgängig zu machen.

Anpassung am Waffenregister-Gesetz

Für den Besitz einer Waffe haben die Besitzer einen Antrag zu stellen. Meistens werden diese auf Zuverlässigkeit durch den Verfassungsschutz überprüft. Auch hier gab es Änderungen durch den Bundestag. Die Abfrage ist keine Pflicht. Behörden wird jedoch die Möglichkeit gegeben, Personen mit fragwürdigen Verhalten den Kauf einer Schusswaffe zu verbieten.

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Gesetzesänderung bei der Waffenaufbewahrung

In Sachen Aufbewahrung der Waffen gab es deutliche Verschärfungen am Gesetz. Wer in Zukunft die Erlaubnis für das Benutzen einer Waffe bekommt, muss diese in einem Tresor oder Waffenschrank aufbewahren. Dabei muss der Widerstandsgrad 0 oder 1 nach der Norm DIN/EN 1143-1 eingehalten werden. Für viele Waffenbesitzer stellt sich nun die Frage, was mit ihrem Waffenschrank der Klasse A oder B geschieht. Diese können weiterhin benutzt werden. Vor allem vorteilhaft ist diese Änderung für Sammler, Sportschützen und auch Jägern.

Insbesondere Jäger benötigen für ihre Jagd einen Schrank für die Aufbewahrung ihrer Waffen. Mit der Zeit sammeln sich die unterschiedlichsten Jagdwaffen an, die verstaut werden müssen. Für ausreichend Platz empfiehlt sich ein langlebiger und großer Schrank, der auch längere Waffen lagern kann. Ohne den Kauf eines neuen Waffenschranks der Klasse 0 oder 1 darf keine Waffe aufbewahrt werden. Eine weitere Änderung gab es auch für Munition. Besitzt der Tresor oder Schrank einen Sicherheitsgrad von 0 oder 1 darf der Besitzer unbegrenzt Munition darin lagern.

Leider kommt diese Änderung nicht jedem zugute. Da die Waffenschränke relativ groß sind, können sie nicht beliebig aufgestellt werden. Zusätzlich gestaltet sich der Kauf recht teuer. Laut der Bundesregierung sollen rund 4,5 Millionen Euro an Mehraufwand entstehen.

Aufbewahrung für die Komponenten einer Schusswaffe

Wesentliche Bestandteile einer Waffe wie beispielsweise der Schalldämpfer haben ebenfalls einen eigenen Abschnitt bekommen. In einem Tresor oder Waffenschrank durften bis jetzt nur eine bestimmte Anzahl an Waffen aufbewahrt werden. Dazu zählten auch die Bestandteile einer Waffe. Aufgrund der Änderung zählen wesentliche Teile von Schusswaffen nicht mehr dazu. Dadurch kann der Nutzer mehrere Waffen hinzufügen. Der Punkt gilt aber nur dann, sofern sich die einzelnen Teile nicht zu einer schussfähigen Waffe kombinieren lassen.

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Änderungen bei der Aufbewahrung von erlaubnisfreien Waffen und Munition
Auch bei Waffen, die keine Erlaubnis benötigen, gab es Änderungen. Bis heute gab es keine besonderen Aufbewahrungspflichten für erlaubnisfreie Waffen und Munition. Der Zugang musste lediglich vor Minderjährigen geschützt werden. Unter erlaubnisfreie Waffen zählen unter anderem CO2-Pistolen, Luftgewehre, Airsoft, Schreckschusswaffen und Paintball-Markierer. Prinzipiell fallen alle Waffen darunter, die laut Waffengesetz erst bei Erreichen des 18ten Lebensjahr erworben werden können.

Wie echte Waffen müssen nun auch diese weggesperrt werden. Waffe und Munition, die keine Bescheinigung verlangen, müssen nun in einem Behältnis aufbewahrt werden. Jedoch wird auf die Verwendung von einem Tresor oder Waffenschrank verzichtet. Ein einfacher Kleiderschrank oder Behälter mit Schloss ist ausreichend. Alternativ empfiehlt sich ein günstiges Futteral mit einem Vorhängeschloss. Viele Personen rechneten nicht mit derartig gravierenden Änderungen. Wer die Waffen nicht ordnungsgemäß aufbewahrt und dabei erwischt wird, muss mit einer Ordnungswidrigkeit nach der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung rechnen.

Auch legale Waffenbesitzer müssen Acht geben. Bei herumliegen einer einzigen Waffe können die Zuständigen bereits die Erlaubnis entziehen, da gegen die obig genannte Änderung verstoßen wird. Letztendlich wird die Situation durch die Behörde entschieden. Um Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, sollten Besitzer von erlaubnisfreien- und auch erlaubnispflichtigen Waffen unbedingt die Gesetzesänderung einhalten. Der Verschluss der Waffe in einen Behälter oder Tresor ist in nur wenigen Sekunden erledigt und sollte zur Routine werden, wenn sie nicht mehr benötigt wird.

Änderungen in der Mitnahme von Waffen und Munition

Wer seine Waffe in ein anderes EU-Land mitnehmen möchte, sollte sich für die Zukunft einen EU-Feuerwaffenpass ausstellen lassen. Jäger oder Sportschützen dürfen nur eine begrenzte Anzahl über die Grenze mitnehmen. Der Grund muss nachgewiesen werden.

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Fazit zum neuen Waffengesetz 2017

Mit dem neuen Waffengesetz 2017 wurden sicherlich einige Personen überrascht. Eine der wohl größten Änderungen fand in der Aufbewahrung von Waffen statt. Am meisten getroffen werden legale Waffenbesitzer. Dennoch hätten die Änderungen weitaus schlimmer kommen können. Mittlerweile scheint auch die Regierung begriffen zu haben, dass mit einer Verschärfung des Waffengesetzes keine Terroranschläge verhindert werden können. Es hat keine Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit. Beim Kauf eines Tresors oder Waffenschrankes unbedingt auf die Sicherheitsklasse achten.

Viele der Waffenbesitzer haben noch Waffen frei in ihrem Haus herumliegen. Diese sollten möglichst bald in verschließbaren Behältern mit Schloss oder im Kleiderschrank verfrachtet werden. Kontrollen fallen in der Regel selten an, jedoch sollte es nicht auf die Spitze getrieben werden. Außerdem ist es sicher vor Minderjährigen und verhindert mögliche Unfälle. Die Feuerwaffenrichtlinie der EU wird erst im September 2018 umgesetzt und bietet Jägern und Sportschützen neue Hoffnungen.

Zuletzt vor 17 Tagen aktualisiert von Marie V.

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